Sri Lanka 2024
Im Sommer 2024 erkundeten wir mit einem kleinen Mietwagen für gute 3,5 Wochen die Insel Sri Lanka. Nach der langen Anreise über Doha und der recht umständlichen und zähen Entgegennahme unseres Mietwagens, verbrachten wir die ersten Nächte zum Akklimatisieren in Negombo. Vorallem der hiesige breite Sandstrand, auf welchem jeden Abend richtig viel los war, Buden und Hüpfburgen aufgebaut wurden und ein duftender Foodmarket entstand, hat uns gut gefallen. Nächste Station war die UNESCO Weltkulturerbe-Stadt Anuradhapura mit ihren vielen Tempeln. Hiesiges Highlight ist der Sri Maha Bodhi, ein Ableger des Feigenbaums aus Indien, unter welchem Buddha die Erleuchtung erlangte. Er wurde vor über 2.000 Jahren gepflanzt und gilt somit als der älteste von Menschenhand gepflanzte und noch lebende Baum. Staunend beobachteten wir die Mönche und Prozessionen rund um den Tempel. Die Mihintale Mountain Stupa wenige Kilometer entfernt markiert den Geburtsort des Buddhismus auf der Insel. Eine Klosteranlage, Opfersteine, Statuen und Stupas gab es zu entdecken, dazwischen tummelten sich Affen, Warane, Schildkröten und Rehe und wir genossen eine weitreichende Aussicht über das grüne Inland des "kulturellen Dreiecks" Sri Lankas. In Trincomalee stießen wir wieder auf das Meer und fanden hier den schönsten Strandabschnitt unserer Reise. Das Wasser war flach und türkis, der Strand bilderbuchartig fein und beim Schnorcheln am Riff ließen sich sogar große Schildkröten entdecken. Hier genossen wir schönste Strandtage, beobachteten die Fischer in ihren kleinen Booten bei Sonnenaufgang, fuhren Abends an den Uppuveli Strand mit seinen vielen Bars und Restaurants, freuten uns dann aber wieder auf unseren ruhigen untouristischen Strandabschnitt an unserem Guesthouse. Nach einigen Tagen süßem Nichtstun zog es uns wieder ins Inland und wir fuhren nach Dambulla. Schon auf dem Weg dorthin sahen wir mehrere wilde Elefanten, die teilweise einfach so vor uns die Straße kreuzten. In Dambulla angekommen bezogen wir ein kleines Holzhaus, dass über einen kleinen Flusslauf gebaut wurde. So konnten wir von unserer Terrasse aus Warane, Frösche, Schildkröten und andere Tiere beobachten, in den Bäumen um uns herum tobten die Affen und Nachts leuchteten die Glühwürmchen - super spannend! Unsere Ausflüge in den kommenden Tagen führten uns zu den hiesigen Höhlentempeln (5 an der Zahl, die in einen Felsüberhang gebaut wurden), zur goldenen Buddha-Statue, zum Sigiriya Rock und in den Minneriya Nationalpark. Hier machten wir eine Jeep Safari durch den Park und konnten dabei viele Tiere, allen voran natürlich große Elefantenherden, beobachten. Auf unserer weiteren Route Richtung Kandy stoppten wir an einem kleinen Tempel, der den Mittelpunkt der Insel markierte und staunten über das unfassbare Chaos auf den Straßen in Matale, auch wenn der Hindutempel Sri Muthumari Amman Kovil sehr eindrucksvoll war. In Kandy wollten wir uns eigentlich das wirklich hübsche Städtchen am See und den Buddha Tooth Tempel anschauen, allerdings kamen wir unbewusst zum Höhepunkt des Esala Perahera Festivals, einem der ältesten und prunkvollsten buddhistischen Feste Sri Lankas mit Paraden, Kanonenschlägen, Feuerwerk usw. Es war somit unfassbar voll auf den Straßen, abnormal laut wegen der ständigen Lautsprecherdurchsagen, alles hatte geschlossen und die Menschenmassen wurden von einem großen Polizeiaufgebot kontrolliert und an ihre Plätze geschleust. Wir waren froh wenigstens ein geöffnetes Restaurant zu finden, genossen am nächsten Morgen noch den Ausblick vom Arthur´s Seat Viewpoint über den See und verließen die Stadt dann recht zügig wieder. Nach einem kurzen Stopp am Ambuluwawa Turm schraubten wir uns immer höher in die Teeplantagen hinein bis nach Nuwara Eliya, wo wir eine ziemlich kühle Zwischennacht verbrachten und eine nahegelegene Tee-Farm besuchten. Die Plantagen waren optisch schön anzusehen, ansonsten hat die Stadt aber absolut nichts zu bieten und lohnt nicht unbedingt einen Stopp. Die Gegend um Ella war dann wieder deutlich wärmer und ländlicher. Neben der berühmten Nine Arches Bridges gab es hier den Little Adams Peak zu besteigen, von wo aus wir einen tollen Ausblick hatten. Ella war ziemlich touristisch und westlich, vorallem junge Backpacker sammelten sich hier in den Bars und Hostels. Wir genossen die Vorzüge dessen, gingen zur Massage und brachten die Wäsche in die Laundry, saßen Abends bei Bier, Wein und Kindercocktails in den Bars und spielten Karten. Im Ravana Pool Club gönnten wir uns eine VIP Lounge und verbrachten hier eine unvergessliche Zeit. Zurück an der Küste in Arugam Bay erreichte der Tourismus dann seinen Höhepunkt - hier gab es absolut garnichts mehr, was an Sri Lanka erinnerte. Das Preisniveau war absurd, die Lokale und die Strände voll und laut. Hier kam man zum Surfen und Party machen her. Zu allem Überfluss war das Meer hier so aufgewühlt, dass die Kinder nicht hineingehen konnten und unser gemietetes Baumhaus bot weder einen Pool, noch einen Schutz vor dem Lärm der Stadt. Wir besichtigten das Umland, fuhren zum Crocodile River und beobachteten hier Affen, Wasserbüffel, Papageien, Flamingos, Pelikane, Pfauen, Warane, Falken und Krokodile - super cool. Der Panama Beach war wild und einsam, doch nach einer weiteren Nacht brachen wir unseren Arugam Bay Aufenthalt ab und fuhren weiter gen Süden. Die antike Buduruwagala Tempelanlage aus dem 10. Jahrhundert mit ihren in den Fels geschlagenen Figuren hat uns da schon deutlich besser gefallen, ebenso das nahegelegene `Sams Café` am Flussufer, wo wir leuchtend blaue Eisvögel beobachteten. In Tangalle legten wir 2 entspannte Strandtage ein, besuchten anschließend den Dondra Head, einen Leuchtturm am südlichsten Punkt Sri Lankas. Auch in Mirissa fühlten wir uns wohl, hier erkundeten wir verschiedene Strände wie den Black Sand Beach, Dickwella Beach oder den Turtle Beach, stiefelten zum Coconut Tree Hill und zum Parrot Rock. Unser persönliches Highlight war dann der kleine chillige Surferort Weligama. Das Meer war hier deutlich ruhiger als in Arugam Bay und es war um einiges weniger los. Neben coolen Rooftopbars gab es hier auch Eiscafés und kleine Lädchen zum Schlendern. Schnell fanden wir auch einen tollen Surflehrer für Zoé, bei dem sie nun täglich Surfunterricht nahm (zu Beginn noch mit Jan, der dann aber das Handtuch warf :)). Selbst als wir die Unterkunft wechselten und nach Unawatuna umzogen (was uns ebenfalls super gut gefiel, insbesondere die süße Innenstadt mit ihren kleinen Läden und die feinsandigen Strände mit tollen Fisch-Restaurants) fuhr Zoé noch jeden Morgen zu ihrem Surfunterricht nach Weligama. Unsere Reise neigte sich langsam dem Ende zu, Tatj gönnte sich noch eine ayurvedische Massage und wir besichtigten die ursprünglich von den Portugiesen erbaute Festungsanlage in Galle. Bei unserem letzten Besuch am Dalawella Beach konnten wir noch einmal ausgiebig mit einer rießigen Schildkröte schnorcheln - super cool! Dann wurde es auch schon Zeit unseren Mietwagen zurückzugeben und von Colombo aus nach Hause zu fliegen.
Fazit:
Sri Lanka hat uns wahnsinnig gut gefallen! Die Insel ist sehr vielfältig und lässt sich einfach mit dem Mietwagen bereisen. Es ist zwar teilweise etwas chaotisch auf den Straßen und gerade in urbanen Gebieten muss man auf die vielen Kühe, Fußgänger, Tuk-Tuks und bunten Busse achten, aber solange man mit dem Strom schwimmt ist es machbar. Linksverkehr herrscht auch noch, damit ist Jan durch unsere vielen UK-Trips aber bestens vertraut. Die Infrastruktur im Land ist sehr gut, wir hatten grandiose Gästehäuser, Air BnBs und Hotels, wurden immer auffallend freundlich mit einem Begrüßungsdrink empfangen und haben uns immer super wohl gefühlt. Neben kleinen einheimischen Garküchen gibt es auch eine große Auswahl hipper Burger-Läden und Restaurants - für jeden ist was dabei. Das Essen war wahnsinnig lecker, wir schlemmten uns durch Currys, fangfrischen Fisch, Kottu Roti, Dahl und Fladenbrot, freuten uns über das frische Obst und die tollen Säfte. Trotzdem ging das typisch asiatische Lebensgefühl nicht verloren, die Orte waren bunt, wuselig und laut, es gab immer etwas zu entdecken! Wir besuchten Bilderbuch- Strände, waren baden und schnorcheln, haben super viele Tiere gesehen (auf einige hätten wir allerdings verzichten können, wie beispielsweise auf den Blutegel an Lenias Fuß :/). Teeplantagen, Wasserfälle, Berge und dichter Dschungel - die Insel ist super vielfältig. Vorallem kulturell gibt es viel zu sehen, morgens ruft der Muezzin über das Land, wir besuchten bunte Hindu-Tempel, christliche Kirchen und beeindruckende buddhistische Tempelanlagen. Das Preisniveau ist für asiatische Verhältnisse recht hoch, aber immernoch im Rahmen solange man sich etwas bemüht und umschaut. Man sollte einfach ein wachsames Auge haben, wie in so vielen Teilen der Welt. Unseren ersten Mietwagen zum Beispiel haben wir direkt gegen einen anderen tauschen lassen weil einfach schon zu viel kaputt war. Einmal haben Jan und Zoé einen Ganztages-Schnorchelausflug zur Pigeon Island gebucht, wurden vom Veranstalter aber in ein falsches Boot gesetzt und waren schlussendlich nur 2 Stunden direkt bei uns vor der Tür am Riff schnorcheln. Den vollen Preis wollte der Tourguide aber trotzdem haben... Hier muss man einfach etwas vorsichtig sein, dann ist das alles kein Problem. Für uns war es die perfekte Mischung aus Abenteuer und Urlaub - wir können die Insel uneingeschränkt empfehlen.
Out-Of-Curiosity























