Costa Rica 2025
Im Juli 2025 verbrachten wir 3,5 Wochen in Costa Rica. Von Frankfurt aus ging es mit der Lufthansa über Toronto in die Hauptstadt nach San José. Den zweiten Teil des Flugs absolvierten wir mit Air Canada, was vom Boardservice her leider keine angenehme Erfahrung war, schlussendlich blieben auch noch unsere Kindersitze in Toronto liegen und wir brauchten mehrere Stunden am Flughafen um einen fähigen Mitarbeiter zu finden, der uns die Kindersitze in unser übernächstes Hotel nachschicken würde. Erst um 2 Uhr Nachts lagen wir in den Betten unseres kleinen Stadthotels in San José, um gegen 3:30 Uhr von einer Baustelle vor der Tür geweckt zu werden... Nach einem kurzen Spaziergang durch die beschauliche Innenstadt und das frühmorgendliche Treiben in der Markthalle, ging es um die Mittagszeit mit unserem Mietwagen an die Karibikküste, genauer gesagt in das Örtchen Cahuita. Hier verbrachten wir die nächsten 4 Tage, wurden morgens von den Brüllaffen geweckt, beobachteten am absolut naturbelassenen und abgeschiedenen Strand vor unserem Bungalow eine Schildkröte bei der Eiablage und sahen in den Bäumen sogar unser erstes Faultier, wenn auch nur von Weitem. Am Manzanillo Beach gab es ein Schiffswrack in Ufernähe zu entdecken, die Playa Chiquita hatte einen Süßwasser-Zulauf, in dem die Kids herrlich spielen konnten und an der Playa Punta Uva entdeckten wir Mimöschen, Kolibris und Agutis. Am Abend ließen wir uns Ceviche, Quesadillas und Fischgerichte schmecken, außerdem gab es überall frisch gepresste ausgefallene Säfte und Cocktails - ein Traum! In Puerto Viejo ließ Zoé sich die Haare einflechten und sah nun noch mehr wie ein kleines Surfer Girl aus :). Unser Highlight der Region war der Cahuita Nationalpark, in welchem wir den kompletten ca. 8 Km langen Trampelpfad durch den Dschungel an der Küste entlangliefen, dabei immer wieder in den traumhaften Buchten baden gingen und die spannende Tierwelt beobachteten. Affen, Krokodile, Nasenbären, Tukane sowie die buntesten Frösche und Vögel konnten wir entdecken.
Für unsere nächste Station parkten wir unseren Mietwagen am nördlichsten Zipfel der Karibikküste in La Pavona und packten unsere Rucksäcke mit dem Nötigsten für 3 Tage, die Koffer mussten im Auto bleiben. Mit einem Speedboat ging es ca. 1 Stunde in den Tortuguero Nationalpark hinein. Dieser ist von einem breiten Netz an Süßwasserflüssen sowie dichtem Regenwald vom Festland abgeschnitten und kann nur per Boot erreicht werden. Im gleichnamigen kleinen Örtchen bezogen wir ein tolles Hotelzimmer, von welchem wir einen perfekten Blick vom Bett aus über den Fluss hatten. Wir spazierten über die wilden schwarzen Strände und beobachteten das Treiben in dem beschaulichen Dorf. Am nächsten Morgen starteten wir früh zu einer Kanutour mit Ernesto durch das verzweigte Flussnetz, auf welcher wir viel über das Leben in diesem abgeschiedenen Teil der Welt, das spannende Ökosystem und die hiesigen Tiere erfuhren. Kaimane, Leguane und unzählige Vögel konnten wir entdecken. Am Nachmittag wanderten wir den ca. 5 Km langen "Jaguartrail" durch den Dschungel, der für Besucher angelegt wurde um einen Teil der Natur hier erkunden zu können. Jaguare sahen wir jedoch leider keine. Spät am Abend gingen wir noch einmal an den Strand und beobachteten aus sicherer Entfernung die rießigen Schildkröten bei der Eiablage - ein unvergessliches Erlebnis!
Zurück an unserem Mietwagen verließen wir die Karibikküste und fuhren durch endlose Bananenplantagen ins Inland. Die Landschaft veränderte sich, Rinderfarmen sowie Kaffee- und Kakaoplantagen bestimmten nun das Bild. Die Gegend um La Fortuna ist bekannt für ihre Thermalquellen, vulkanische Aktivitäten und unzählige Thermalbäder, die auch wir ausgiebig genossen. Zoé und Tatj unternahmen einen Ausritt am Fuße des Vulkan Arenal, am Nachmittag besuchten wir den 75m hohen Wasserfall La Fortuna. Nach einer nervenaufreibenden Zeit beim Ziplining für Zoé und Jan besuchten wir die größte Attraktion der Gegend - den Hanging Bridges Park. 16 Brücken, teilweise bis zu 45m hoch lassen einen den Regenwald aus einer ganz neuen Perspektive erkunden. Unsere Fahrt führte uns nun um den Vulkansee herum in die auf knapp 1.400m Höhe gelegenen Nebelwälder von Monteverde. Hier bezogen wir ein tolles Baumhaus und kuschelten uns abends in Decken in die Hängematten auf unserer Terrasse - den Temperaturunterschied spürte man deutlich! In den nächsten Tagen erkundeten wir die Gegend, gingen wandern, beobachteten die Kolibris, machten einen Nightwalk auf welchem wir Taranteln, Glühwürmchen, Skorpione und sogar Faultiere entdeckten. Auf einer Kakao-Plantage schauten die Kids zu wie Schokolade hergestellt wurde und auf unserer Weiterfahrt entdecken wir endlich Aras in den Bäumen.
Unser nächstes Ziel war die Nicoya-Halbinsel an der Pazifik-Küste, die wir 1 Woche lang erkundeten. Unser Ferienhaus in Samara hatte einen Whirlpool auf der Terrasse, in welchem uns Abends die Fledermäuse um die Ohren flatterten, ein unvergessliches Erlebnis. Unsere Ausflüge führten uns an die feinsandige Playa Carillo, an die versteckte Playa Barrigona, wo die Kinder lange an einem Süßwasserzufluss spielten und zu Naturfelsbecken an einem wilden Küstenabschnitt. Besonders schön war auch der lokale Farmers Market mit Tanz und Musik. Santa Teresa ist besonders bei Surfern beliebt, was man dem Vibe im Ort auch gleich anmerkt. An der Playa Hermosa schauten wir ihnen eine Weile in der wilden Brandung zu bevor wir zur Playa Manzanillo wechselten um selbst baden zu können. Viel Zeit verbrachten wir hier aber auch in unserem tollen Infinitypool. Von Montezuma aus unternahmen wir einen Schnorchelausflug zur Tortuga Island. Schildkröten sahen wir hier zwar nicht, aber dafür Buckelwale und Delfine. Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir mit dem Speedboat in eine Bucht, in welcher man die Biolumineszenz sehen konnte - fluoreszierende Algen, die bei Bewegung im Wasser hellgrün aufblitzten. Im Stockdunklen ins Meer zu steigen kostete allerdings einiges an Überwindung und das Farbspiel war leider nicht so stark wie man es beispielsweise aus Puerto Rico kennt.
Zum Abschluss unserer Reise setzten wir mit der Fähre nach Puntarenas über und tingelten die Pazifikküste gen Süden weiter. Am Tarcoles River sahen wir rießige Krokodile und im Manuel Antonio Nationalpark auch endlich ein Faultier aus nächster Nähe. Ein weiteres Highlight war das El Avion Restaurant in einem ausrangierten Flugzeug mit tollem Meerblick - super cool! In Uvita besuchten wir den Walfischflossen Strand und verbrachten hier einen perfekten Urlaubstag, Jan holte uns sogar Kokosnüsse von den Palmen als kleine Erfrischung und wir hatten wieder das Glück Wale und Delfine zu sehen. In Dominical besuchten wir den lokalen Markt und Tatj gönnte sich eine Massage bevor es am nächsten Tag zurück nach Hause ging, diesmal mit einem Direktflug der Lufthansa.
Fazit:
Costa Rica hat uns wie erwartet mega gut gefallen. Das Land ist einfach mit dem Mietwagen zu bereisen und touristisch gut erschlossen. Das Preisniveau ist recht hoch, Restaurant- und Supermarktbesuche ähneln den Preisen in Deutschland. Dafür schlagen Eintrittsgelder und Ausflüge ganz schön zu Buche (hier ein paar Beispielpreise aus 2025 für 2 Erwachsene und 2 Kinder: Hanging Bridges Park 88 $, Ernesto Kanu-Tour + Schilkrötentour + NP-Eintritt 236 $, Baldi Hot Springs 197 $, La Fortuna Wasserfall 72 $, Nebelwald Monteverde 43 $, Ausritt 4 h inkl. Verpflegung für 2 Personen 100 $, Ziplining für 2 Personen 120 $ usw.) Im Prinzip kostet jeder Wanderpfad, jeder Wasserfall, jeder Nationalpark Eintritt. Dafür ist alles super sauber und gepflegt. Costa Rica bietet Bilderbuch-Strände, dichten grünen Regenwald, eine unfassbare Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen, leckeres Essen mit mexikanischen und südamerikanischen Einflüssen, frische Säfte und Cocktails, kleine Orte mit coolen Lokalen und Surfer-Vibe sowie tolle Hotels und Air BnB`s - also einfach alles was man für einen perfekten Urlaub braucht. Spanisch ist die Landessprache, englisch ist aber sehr weit verbreitet. Man zahlt mit Colon, aber auch Dollar werden meist akzeptiert. Wir haben das Land zur Regenzeit im Juli bereist, hatten aber großes Glück mit dem Wetter. Es gab zwar den ein oder anderen kurzen Schauer, aber nicht häufig und vorallem nicht den ganzen Tag lang. Dafür war es recht leer im Land, wir mussten nie etwas vorbuchen und konnten ganz flexibel reisen. Wenn ich etwas bemängeln müsste dann wäre es, dass es wenig Städtchen zum bummeln und schlendern im Land gibt und es kaum Kulturelles zu entdecken gibt wie Tempel, Kirchen, Altstädte o.ä. Aber das weiß man natürlich vorher, hier geht es einfach mehr um die Natur und Tierwelt.
Out-Of-Curiosity















