Karibik Kreuzfahrt 2026
Um einige der vielen kleinen Karibik-Inseln zu bereisen entscheiden wir uns für eine Kreuzfahrt, diesmal mit einem kleineren Schiff, der AIDA Blu. In La Romana in der Dominikanischen Republik starteten wir und schipperten 2 Wochen über das karibische Meer, erster und einziger Festland-Stopp war in Santa Marta, Kolumbien. Über den Malecon schlenderten wir durch das lebendige Städtchen und verliebten uns von der ersten Sekunde an in den südamerikanischen Vibe. Überall war was los, Motorroller hupten, Tuk-Tuks quietschten, Leute sangen, Hühner rannten umher, auf den bunten Märkten wurde lautstark Ware feilgeboten. Wir besichtigten die Kathedrale, liefen durch die Stadtparks Bolivar und Parque de los Novios und bestaunten die coole Streetart in den Ausgehvierteln. Im Centro Historico (der ältesten spanischen Siedlung auf dem südamerikanischen Kontinent aus dem Jahre 1525) versorgten wir uns mit kolumbianischen Pesos und hüpften in den lokalen Bus, der uns in den Badeort Rodadero brachte. Das hat wunderbar geklappt und uns gerade mal ein paar Cent pro Kopf gekostet. Am Strand war ordentlich was los, Großfamilien verlebten hier einen Badetag mit Musik, Essen und Tanz, unzählige Händler boten die unterschiedlichsten Waren an und die Sonne ballerte unbarmherzig vom Himmel. Wir mieteten uns für 10$ einen kleinen Unterstand und verbrachten die meiste Zeit im Wasser. Nach einer kurzen abschließenden Shoppingrunde ging es mit dem Taxi zurück zum Schiff, alles in allem hat uns der komplette Tag 25 Euro gekostet, kein Vergleich zu den überteuerten AIDA-Ausflügen.
Am nächsten Tag besuchten wir die Insel Aruba, die kleinste der ABC-Inseln. Die Insel ist ein autonomes Land des Königreichs der Niederlande, vollständig unabhängig und liegt nur 25 Km vor Venezuela. Sie ist recht klein, sehr flach und besteht aus einer kargen, trockenen, wüstenartigen Vegetation mit meterhohen Kakteen und Aloe-Pflanzen. Und natürlich traumhaften Puderzuckerstränden. Mit unserem Mietwagen besuchten wir die Casabari Rocks, streichelten Esel auf einem Donkey Sanctuary und schnorchelten in der traumhaften Bucht von Mangel Halto. Den Sonnenuntergang bestaunten wir am berühmten Eagle Beach, der auch in diesem Jahr wieder zum 4. schönsten Strand der Welt gekürt wurde. Das C der ABC-Inseln stand die nächsten beiden Tage an - Curacao. Von der Vegetation recht ähnlich, kam es uns doch etwas ärmlicher und schmutziger als Aruba vor. In den Salzsalinen der Insel sahen wir knall pinke Flamingos, an den kargen Küsten große Leguane. Ein Wandertrail führte uns zum ältesten Baumwollbaum der Insel und brachte uns die Flora und Fauna näher. Dann ging es ans Strand-Hopping. An der Playa Forti gönnten wir uns einen Blue Curacao Cocktail, an der Playa Piskado schnorchelten wir mit Schildkröten und bunten Fischen. In diesem Jahr schnorchelte auch Lenia das erste Mal mit und machte das wie schon ihre große Schwester zuvor einfach super! Nach einem weiteren unvergesslichen Sonnenuntergang beendeten wir den Tag an der beleuchteten Königin Emma Brücke. Den zweiten Curacao Tag starteten wir genau hier, mit einer Besichtigung der Hauptstadt Willemstad und einer kleinen Shoppingtour. Highlight war dann das Schnorcheln am Tugboat Beach, wo wir nicht nur rießige Fischschwärme, sondern auch ein Schiffswrack bestaunen konnten.
Zurück in der Dominikanischen Republik änderte sich die Vegetation komplett - alles war tropisch und grün, die Hitze nicht mehr so brennend und unaushaltbar. Die Straßen waren voll und wuselig, Tuk-Tuks, Roller, Autos, Hunde, Hühner, spielende Kinder, tratschende Frauen und vorallem Müll - alles flog hier durcheinander. Die Dominikanische Republik war mit Abstand die schmutzigste und ärmste Insel auf unserer Tour, was uns in Anbetracht des florierenden Tourismus hier doch etwas überrascht hat. Mit unserem Mietwagen besichtigten wir von La Romana aus die Tropfsteinhöhle Cueva de las Maravillas, anschließend liefen wir von der hübschen aber überfüllten Playa Dominicus in den Nationalpark Cotubanama zu etwas einsameren Buchten. Am nächsten Tag in der Stadt Samana lagen wir auf Reede und hatten somit nicht allzuviel Zeit an Land, weshalb wir uns für den Stadtstrand Playa Cayacoa entschieden. Mehrere Brücken mit tollen Aussichten führten von hier aus zu 2 vorgelagerten Inselchen. Besonders schön war unser spontaner Tuk-Tuk-Trip zum Wasserfall Cascada Rio de los Cocos, den wir ganz für uns alleine hatten.
Guadeloupe ist Teil der EU und brachte uns somit den Euro und unser Handynetz zurück, was natürlich super praktisch für uns war. Auch landschaftlich wusste die schmetterlingsförmige Insel zu überzeugen und zog uns mit ihrem dichten Regenwald, den Flüssen, Bergen und Wasserfällen direkt in ihren Bann. Im Maison de la Foret gingen wir wandern, unter dem Wasserfall Cascade de Ecrevisses baden. An der Petite Anse gab es wieder große bunte Fischschwärme und an der Grande Anse einen tollen Strand mit vielen schattenspenden Palmen - eine wundervolle Insel!
Die 10x kleinere Insel St. Kitts and Nevis stand am nächsten Tag auf unserem Sightseeing-Programm, eine der 12 kleinsten Staaten der Welt. Mit einem offenen Bus fuhren wir die wenigen aber doch spannenden Sehenswürdigkeiten ab, das UNESCO Weltkulturerbe Fort Brimstone Hill, den Bloody Point, eine alte Rumfabrik, einen erloschenen Vulkan sowie ein Kriegsdenkmal. Vom Timothy Hill Overlook bestaunten wir das Aufeinandertreffen von Atlantik und karibischem Meer. Auch die Frigate Bay mit ihrem klaren Wasser und weißen Sandstrand hat uns sehr gut gefallen, ebenso wie die bunten Häuser der Hauptstadt Basseterre - eine tolle Insel!
Unser nächster Stop war auf der kleinsten von einer Staatsgrenze durchzogenen Insel der Welt: St. Martin. Nur 87 qkm und doch aufgeteilt zwischen Frankreich und den Niederlanden. In einem Teil spricht man französisch, zahlt mit Euro, ist EU-Mitglied und hat europäisches Handynetz, im anderen zahlt man mit karibischen Gulden und hat andere Kfz-Kennzeichen - schon verrückt. Wir besuchten den holländischen Teil Sint Maarten und fuhren als erstes mit dem lokalen Bus zum berühmten Maho Beach. Der direkt angrenzende Flughafen sorgt hier dafür, dass landende Flugzeuge nur 25m über unseren Köpfen vorbeiflogen - super spannend! Und völlig überraschend war der Strandabschnitt hier trotz der vielen Besucher traumhaft schön, das Wasser unglaublich klar. Auch der Strand in der Hauptstadt Philipsburg haute uns völlig aus den Socken und zählt zu einem der schönsten auf unserer gesamten Reise.
Auf der größten der britischen Jungferninseln (19 Km lang und 5 Km breit) machten wir unseren letzten Stop: Tortola. Viel zu sehen gab es hier nicht, in 2 Stunden hatten wir die komplette Küste mit unserem kleinen Mietwagen abgefahren. Der bewaldete Mount Sage Nationalpark, die kleine Stadt Road Town, der vorgelagerte Flughafen und wahnsinnig schöne Strände - mehr gab es nicht zu sehen. Die Smugglers Cove ist uns allerdings als der perfekte Traumstrand in Erinnerung geblieben und allein für das badewannenklare Wasser, in welchem wir direkt einen Riffhai sahen, lohnt es sich zu dieser Insel zurückzukehren.
Fazit:
Für eine Karibik-Reise empfanden wir die Kreuzfahrt als das perfekte Reisemittel. Die meisten Inseln waren so klein, dass man sie an einem Tag komplett erkunden konnte und die Kreuzfahrt war deutlich angenehmer als ständiges Koffer packen und hin- und her zu fliegen. Auch die Kreuzfahrt an sich empfanden wir als super angenehm. Das kleinere Schiff hat uns deutlich besser gefallen als das Große im Januar. Nie mussten wir anstehen, alles war perfekt organisiert. Das Essen war wieder fantastisch, die Shows qualitativ super hochwertig, das hatte absolutes Cirque du Soleil oder Musical- Niveau und für die Kids gab es wieder unzählige tolle Angebote, von Bingo über Silent Disco, von Poolparty über Zöpfe flechten. Zu Ostern gönnten wir uns eine private SPA Suite, was ein richtiges Highlight war und uns lange in Erinnerung bleiben wird. Es waren vorallem die kleinen Dinge, die uns diesmal gut gefallen haben. Unsere Koffer beispielsweise wurden vom Frankfurter Flughafen direkt auf unsere Kabine gebracht. Am Morgen stand ab 4 Uhr Kaffee in der "Jetlag Bar" für neuangereiste Gäste bereit und kam man von einem langen Tag am Strand zurück, wurde man mal mit Batida de Coco und mal mit Bananensplit begrüßt. Wir haben uns wirklich rundum wohl gefühlt.
Die ABC Insel sind landschaftlich wegen ihrer trocknen Vegetation nicht so reizvoll, dafür waren sie das absolute Schnorchel-Highlight. Die Dominikanische Republik und Guadeloupe haben uns mit ihrem tropischen Grün, den Wasserfällen und Puderzuckerbuchten in ihren Bann gezogen, hier würden wir definitiv gern noch einmal etwas mehr Zeit verbringen. Die kleinen britischen und niederländischen Jungferninsel und Antillen hatten das mit Abstand türkisfarbenste Wasser, ein Tag pro Insel hat aufgrund ihrer geringen Größe aber gereicht um alles zu erkunden. Und der eine Tag Kolumbien hat uns auf jeden Fall bestätigt, dass wir Südamerika auf unserer Reisebucketliste trotz der hohen Reisekosten dringend höher schieben müssen.
Out-Of-Curiosity



























